Mittwoch, 13. September 2017

1. Schultag und ein ganz großer Traum geht in Erfüllung: 12 von 12 am 12. September 2017

Die Sommerferien sind nun auch bei uns in Bayern vorbei und mein Löwenjunge hat heute den 1. Schultag in der 3. Klasse! Als ich die Hefte für's neue Schuljahr beschriftet habe, konnte ich es kaum glauben, gefühlt habe ich erst gestern die Schultüte gefüllt. Aber die Zeit rast eben, das ist der Lauf des Lebens. Trotzdem macht es mich hin und wieder schon etwas sentimental.

Aber nun zurück zum heutigen Dienstag, 12. September 2017. Ich bin zurück aus der Sommerpause und starte mit den 12 von 12, gesammelt bei Carola von "Draußen nur Kännchen" und ich kann sagen, das ist heute ein ganz besonderer Tag! Für mich UND für meinen Löwenjungen.









Es ist 08:30 Uhr, ich hab den Löwenjungen mit Sack und Pack zur Schule gebracht, das Winterkind in den Kindergarten, war einkaufen und kehre in das, schon lange nicht mehr so ruhige Haus zurück. Der Alltag hat uns wieder und ich hab vergessen, dass heute der 12. ist. Bis jetzt also alles wie immer, noch kein einziges von 12 Bildern. Aber das wird heute ganz bestimmt noch was!


Auf zur großen Gassirunde




Um 11:20 Uhr ist heute schon Schule aus, also schnell den Löwenjungen abholen. 




Eine kleine Hausaufgabe gibt es schon und die ersten Diskussionen...



Danach bekomme ich Hilfe bei der Mittagessenvorbereitung:




Winterkind abholen, Mittagessen und danach hilft noch das andere Kind mit seinem ruhigen Händchen:




Nochmal Gassirunde mit Lana und dann bringen wir das kleine Kind zu Oma. Denn der Löwenjunge und ich fahren nach München. 

Auf dem Park and Ride Parkplatz ein Regenbogen:




Schon total nervös lösen wir das U-Bahnticket, fahren eine Station und sind endlich da:




Ich habe für mein Kind an einem Gewinnspiel teilgenommen und wir wurden gezogen. Er darf heute in die Allianzarena zum Champions League Spiel FC Bayern München gegen RSC Anderlecht als Einlaufkind mit dabei sein! 
Am Treffpunkt bekommen wir unsere Karten. Wir sind beide total aufgeregt. 




Dann ziehen die Kinder mit den Organisatoren los,




und ich darf schon mal mit in's Stadion, das Licht hat grad schon jemand angemacht:




Das letzte Mal war ich vor 9 Jahren in der Allianzarena. Es füllt sich langsam und ich genieße die Atmosphäre. 



Mein Sohn musste ein Los ziehen und hat einen Spieler aus Anderlecht gezogen. Erst war er ein bisschen enttäuscht, verriet er mir später, aber dann hat er einfach den Augenblick genoßen. Im Spielertunnel hat er dennoch seine Bayernstars abklatschen dürfen und es bleibt ein für immer unvergessener Abend. 
Nach dem Einlaufen wurde er zu mir zurück gebracht und wir haben uns das Spiel angesehen. 




Dann machten wir uns auf den Heimweg. Müde aber glücklich. Ein Traum ist für meinen Löwenjungen in Erfüllung gegangen. Einmal in die Allianzarena einlaufen und Manuel Neuer ganz in Echt sehen. Das war uns diese kurze Nacht wert. 


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Mittwoch, 12. Juli 2017

12 von 12 im Juli 2017

Unser Urlaub ist nun auch schon wieder ein Monat her, das fiel mir gerade auf, weil die letzten 12 von 12 habe ich Euch ja aus Frankreich gezeigt.






Die heutigen 12 von 12 haben kein Meer und kein Urlaubsfeeling, aber dafür kunterbunten, stinknormalen Mittwochsalltag. Halt, stimmt nicht, ein Bild Frankreich hab ich auch noch mit reingepackt. Aber seht selbst:




Zum Frühstück gibt es Waffeln, Honigmelone und Kaba. Einmal um 06:45 Uhr für das Schulkind und einmal um 07:45 Uhr für das Kindergartenkind. 

(Und nein, ich bin leider nicht die Supermama, die um 06:00 Uhr frischen Waffelteig macht, (jede Minute Schlaf zählt bei mir morgens) die Waffeln gab es gestern Nachmittag und wurden heute morgen von mir liebevoll in der Mikrowelle ein bisschen warm gemacht)



Frühstücksbox Nummer 2 für das Winterkind wird fertig gemacht.





Währenddessen ist es im Esszimmer verdächtig still geworden. Dabei hat das Winterkind nur die Buchstabenhölzer genommen und das Wort "Spaß" gelegt. Herrlich. Die Buchstaben habe ich gestern eigentlich dem Löwenjungen gebastelt, denn das pure Abschreiben der Lernwörter (Hausaufgaben) nervt ihn und ich dachte, ich probiere es mal soo. Nun gut, das Winterkind kann eben jetzt nicht nur Spaß machen, sondern auch schreiben. 





Es geht mit Schirm und Charme in den Kindergarten. "Besser ich nehme den mit, Mama. Der Mann im Autoradio hat gesagt, es ist mit Regenschauern zu rechnen! Und wenn nicht, nehme ich ihn eben als Sonnenschirm."






Nach dem Einkauf geht es heim und dann zur Gassirunde mit Lana. 





Gemüse schnippeln für's Mittagessen...





... und nebenbei via Handy App französischen Radiosender aufdrehen. Ein bisschen Frankreich muss schon sein, oder?






Nach Hausarbeit, kochen, Kinder einsammeln gehen, gibt es Mittagessen. Hähnchen in Ratatouille (oder so) mit Reis. 





Hausaufgaben vom Löwenjungen. Jetzt wird es echt Zeit für Ferien! 





Mein Neffe kommt zu uns, weil sich heute ein Techniker für das Internet angekündigt hat. Zwischen 14 und 17 Uhr- fällt genau in's Turnen vom Winterkind. Gut dass man Familie hat!






Das Turnen ist leider ausgefallen, aber da wir das letzte Mal nicht waren, sind wir umsonst los. Fast umsonst. Wir sind dann schnell noch zur Bücherei. 






Die Jungs sind mit zu meinem Neffen und ich warte auf den Techniker. Der ruft um 16:30 Uhr an und sagt, es wird wohl 17:15 Uhr. Auch gut, dann kann ich in Ruhe nochmal mit Lana gehen. 





Um kurz vor 18 Uhr war der Techniker übrigens immer noch nicht da. Jetzt braucht er aber auch nicht mehr kommen, weil gleich meinen Löwenjungen in's Schwimmtraining fahre. Ich bin echt stinkig, es ist immer das Gleiche. Den ganzen Nachmittag umsonst freigehalten, umorganisiert und dann ist doch nichts passiert. 

Euch wünsche ich einen entspannten Mittwochabend.

Weitere 12 Bilder des heutigen 12. Juli 2017 findet Ihr wieder bei Carola von "Draußen nur Kännchen".


Vor einem Jahr war das Wetter bei uns übrigens auch nicht besser, ich hab mir eben nochmal die 12 von 12 vom Juli 1016 angesehen... Der Sommer braucht wohl auch mal eine Pause...


À bientôt und Bisous 

Eure Tanja


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Mittwoch, 5. Juli 2017

Männerschnupfen vs. Falscher Fuß, viel Grrrrr und Abendessen in der Badewanne - WMDEDGT

Heute bin ich auch mal wieder beim Tagebuch-Blogging "WMDEDGT" (Was machst Du eigentlich den ganzen Tag) dabei, gesammelt an jedem 5. eines Monats bei der lieben Frau Brüllen.

Schmunzeln ist übrigens erlaubt und erwünscht, ich bin heute nämlich wieder eher ironisch! Das hilft mir an solchen Tagen irgendwie mehr als gute Ratschläge oder Oooohmmmm...

06:20 Uhr
Der Erste von meinen 3 Weckern klingelt. Ich werde mich wohl nie mehr in diesem Leben an das (für mich) frühe Aufstehen gewöhnen...

Das Winterkind hört den Wecker (fast) nie, der Löwenjunge ist immer sofort wach. (Was übrigens nicht heißt, dass er kein Morgenmuffel ist, muffeln kann er- grundsätzlich morgens...(muffeln-NICHT müffeln))

06:36 Uhr
Ich quäle mich aus dem Bett und gehe in die Küche. Mein Löwenjunge hat mir mal wieder einen Kaffee gemacht. Nicht nur dafür liebe ich ihn!!!
Meine zukünftige Schwiegertochter (oder Schwiegersohn) kann sich glücklich schätzen, wenn er das beibehält...

06:37 Uhr
Weinen am Frühstückstisch:
"Ich bekomme keine Luft mehr, Mama! Mein blöder Bruder hat mich angesteckt mit seinem blöden Schnupfen und jetzt werde ich bestimmt sterben!"
(Liest sich jetzt vielleicht witzig, aber das war es nicht. Es war ihm todernst!)
"Komm, wir putzen mal ordentlich die Nase. So ein Schnupfen ist zwar schrecklich blöd, aber ich kenne noch niemanden, der an einem Schnupfen gestorben ist!"
"Aber ich will sterben! Ich kann nämlich nicht mehr atmen!"
Bitterliches Weinen.
Weinen hilft beim Nase befeuchten...
Befeuchtete Nase hilft beim Atmen...
Löwenjunge nicht am Männerschnupfen gestorben.

Manchmal ist es echt nicht einfach...

06:42 Uhr
Frühstück mit dem Löwenjungen und Brotdosen befüllen. Alles wieder ganz normal. Wie jeden Morgen... Übrigens bin ich auch total erkältet. Nur so als Randnotiz. Mütterschnupfen ist aber ja eh harmlos...

07:00 Uhr
Löwenjunge macht sich für die Schule fertig und ich räume schnell die Küche auf, mache mir nochmal einen Kaffee. 

07:15 Uhr
Unser Hund Lana und ich begleiten den Löwenjungen zum Gartentürchen.
Abschiedskuß, ein letzter Winker und er rollert davon.
Bis zur Laterne. Da dreht er sich immer nochmal um und winkt.
Wie jeden Morgen.

Ich erinnere mich daran, dass auch meine Mama immer winkend an der Haustür stand, bis wir nicht mehr zu sehen waren. Egal ob ich 7 oder 37 Jahre alt war. Mit einem Lächeln in Richtung Himmel geh ich wieder rein. So wie jeden Morgen. 

07.30 Uhr
Das Winterkind kommt die Treppe runter und fragt, ob sein Bruder schon weg ist.
(Meistens wacht er immer erst auf, wenn der Löwenjunge weg ist).
Heute ist nicht wie jeden Morgen, zumindest nicht bei ihm.
Er steht plötzlich wie ein Häufchen Elend auf der Treppe und fängt an zu heulen.

Lana (unser Hund, falls Ihr nur überflogen habt) schaut mich fragend an und entscheidet dann lieber auf Rückzug.
Kann ich ja schlecht also gehe ich meinem Kind entgegen und frage was los ist.
Blöde Frage! Ich bin doch schuld!
An was denn nur schon wieder?
"Heute wollte ich ihm mal Tschüss sagen, Mama. Und nur weil Du mich jetzt nicht geweckt hast, geht das nicht!" schreit er mich an.
Oha falscher Fuß! Ich merke, dass ich für solche Diskussionen, mitten auf der Treppe, zuwenig Kaffee intus habe.
"Hol ihn jetzt sofort aus der Schule!"
Kurz überlege ich mir, wie die Klassenlehrerin das wohl findet.
Der Löwenjunge würde sofort mitgehen.
Irgendwie schaffe ich es aber dann doch noch, das wütende Kind zu beruhigen, ohne dass ich den großen Bruder aus der Schule abholen muss...
Sieht ganz so aus, als wäre der kleine Mann heute mit dem falschen Fuß aufgestanden....

07:50 Uhr
Das wird natürlich jetzt echt alles knapp...
Frühstück mit dem Winterkind. Und oh je, wir sind ja beide noch im Schlafanzug! 

08:00 Uhr
Anziehen.
Das Winterkind möchte einen dicken Winterpulli anziehen, weil ihm so kalt ist.
Ich bin ja so kleidertechnisch echt kulant und meine Kinder haben da so ziemlich freie Hand. Außer bei ein paar Ausnahmen. Da gibt es meistens auch keine Probleme und den Unterschied zwischen kalt und warm haben sie so schnell selber rausbekommen.
Aber heute waren 30 Grad erwartet.
Und dann war heute ja auch noch Abschluß-Gottesdienst in der Kirche mit den Vorschulkindern!
Sie würden dann vom Kindergarten gemeinsam zur Kirche laufen.
Bei bestimmt schon 25 Grad.
Im dicksten Winterpullover.
Ich erkläre und ja ich überrede das Kind zu einem T-Shirt und einer Fleece-Jacke, die er ja dann prima alleine ausziehen kann, wenn es zu warm ist.

08:20 Uhr
Wir düsen mit Karacho aus dem Haus.
Ich glaube, das sieht immer sehr lustig aus...
Um 08:30 Uhr schließt der Kindergarten und glaubt mir, freiwillig klingeln mag da echt keiner!
Wenn jetzt noch die Bahnschranken unten sind...

08:28 Uhr
Man darf ja auch mal Glück haben. Die Schranken waren offen und klingeln mussten wir auch nicht. Kommentare gibt es trotzdem gratis.
"Guten Morgen! Wir dachten schon, sie kommen heute gar nicht wegen dem Gottesdienst."
Äh nein. Wenn von den Eltern immer irgendwer dabei ist, dann in 99 Prozent der Fälle ja wir...

08:45 Uhr
Jetzt kommt meine stillste Zeit des Tages. Lana freut sich schon immer, wenn ich vom Kindergarten zurück bin und nicht in die Arbeit muss. Schwanzwedelnd schmeißt sie mir ihr Quietscheschweinchen vor die Füße.
Ich nehme die Leine und dann gehen wir erst mal schön unsere Gassirunde.

09:35 Uhr
Futter für Lana, noch einen schnellen Kaffee für mich und dann die Turnschuhe schnell austauschen.

09:50 Uhr
Komme ich in die Kirche und suche mir einen Platz.
Oha, das sind ja viele Vorschulkinder. Aber kaum Eltern.
Das Winterkind sieht mich und möchte natürlich zu mir. Ich hatte das geahnt, darum wollte ich ja erst gar nicht gehen. Hab ja auch gar kein Vorschulkind....
"Aber nur Hallo sagen, dann kommst Du wieder zu Deiner Gruppe."

(Grrrrrrrrr)

"Hallo Mama!!! Ich muss mal auf´s Klo!"
"Komm, dann gehen wir schnell noch. Haben noch 8 Minuten.
Ich mit dem Kind zur Erzieherin.
"Wir gehen mal noch schnell auf Toilette" sage ich.
"Oh, aber eigentlich war er vorher noch."

Grrrrrrrrr

Ich schau sie nur irritiert an und verstehe ihre Antwort nicht.

Der Messdiener schickt uns über den Altarraum zu den Besuchertoiletten. Ich kenne den Weg, ich bin hier schon zur Kommunion gekommen.

09:58 Uhr
Wir schleichen uns zurück, aber der Gottesdienst läuft schon, sie singen gerade das erste Lied!
Ähm, nein, jetzt laufen wir nicht da vorne rein.
Wir wieder zurück, Hinterausgang raus und zum Kircheneingang wieder rein.
Das Winterkind fand das urkomisch.
Tatsächlich saß es dann auch bei seiner Gruppe.
Drehte seinen Kopf aber gefühlt alle 10 Sekunden zu mir um....

Grrrrrrrrrr


Der Gottesdienst war wirklich nett vorbereitet und am Schluss durften die Vorschulkinder noch mit ihren Schultüten nach vorne.
Mir taten nur die 5 Kinder leid, die keine dabei hatten...
Bei sowas blutet ja immer mein Mutterherz...

10:45 Uhr
Gottesdienst ist wieder aus.
"Schön, dass Sie auch da waren. Die meisten Eltern kommen ja nicht. Leider."
(Hörte ich da ein Grrrrrrrrrrr raus?)

11:00 Uhr
Das Winterkind läuft zurück zum Kindergarten und ich gehe noch schnell zu unserem Modegeschäft, welches in der Nähe der Kirche ist.
Shoppen ist ja nun nicht so meins, wenn ich dringend was brauche. Dann überfordert mich sowas.
Aber bald heiratet meine liebe Nichte und ich habe immer noch kein Kleid!
Grrrrrrrrrrr

12:20 Uhr
Ich habe immer noch kein Kleid und ärgere mich, über die verschwendete Zeit.

12:30 Uhr
Wieder im Kindergarten. Das Winterkind ist hundemüde und schlecht gelaunt.
"Was gibt es zum Essen?"
(Stellt Euch diese Frage mit einem ziemlich genervten Ton vor)
"Milchreis???"
"Das wollte ich morgen essen!"
"Heute konnte ich nicht kochen, ich war doch in der Kirche bei Dir."
(und im Modehaus...)
"Bist Du danach nicht mehr heim???"
(Ton wechselt von genervt auf vorwurfsvoll)
Mist, erwischt!

12:45 Uhr
Der Löwenjunge ist schon daheim.
Schnupfen geht so, aber glücklicherweise will er nicht mehr sterben.
Die Schwimmstunde heute Abend sage ich lieber trotzdem ab. Auch schön, habe ich vielleicht mal früher Feierabend heute

12:46 Uhr
Männerschnupfen trifft auf müde und mit dem falschen Fuß aufgestanden.
Streit.
Geschrei.
Geschubse.
Diese beiden können heute keine 2 Sekunden alleine in einem Raum sein...

Grrrrrrrrr

12:50 Uhr
Ich frage das Winterkind, ob es sich hinlegen will. Irgendwie scheint der heute durch zu sein.
"Aber nicht schlafen. Nur kuscheln. Mit Dir."
Ich frage den Löwenjungen ob er noch ein bisschen mit dem Essen warten kann.
Dann lege ich mich mit dem Kleinen hin.
Stelle lieber mal den Wecker. Hab ja auch ne Erkältung und bin eigentlich auch platt.
Hahahaha nur kuscheln
Kaum im Bett, verleihen meine Kuscheleinheiten Flügel.
"Ich bin schon wieder fit, Mama. Meine Beine wollen sich schon wieder bewegen!"
Wir stehen (leider) wieder auf.

Grrrrrrrrrr

13:00 Uhr
Ich koche Milchreis und mache dem Löwenjungen eine Pizza. Der mag nämlich keinen Milchreis.

13:10 Uhr
Es geht nicht schnell genug. Im Wohnzimmer schubsen sich Falscher Fuß und Männerschnupfen wieder umeinander und es wird wieder gestritten.
Ich verteile Aufgaben.
Ein Kind rührt, ein Kind deckt den Tisch.
Manchmal ist alles ganz einfach.

13:35 Uhr
Wir essen tatsächlich ganz friedlich miteinander und teilen redlich. Jeder nimmt Pizza und Milchreis.

14:15 Uhr
Dem Winterkind mache ich eine CD im Wohnzimmer an und er puzzelt dazu.
Der Löwenjunge sitzt bei mir in der Küche.
Mathe macht er alleine, ich gehe freiwillig in den ruhigen und kühlen Wäschekeller.
Bei Deutsch muss ich ihm einen kleinen Text diktieren.
Macht er total gerne, Diktat.
NEIN, natürlich nicht.

Grrrrrrrrrrrr

Dann noch 10 Minuten lesen.
Er will verhandeln.
Das sei zu viel Text.
Ich wiederhole mich.
"Bei 10 Minuten ist es egal, wie viel Text ein Buch hat, Schatz. Da hört man eben auf nach 10 Minuten. Oder liest einfach weiter, weil das Buch so spannend ist."
"Das ist morgen ja auch noch spannend, Mama."

Grrrrrrrrr

15:35 Uhr
Juhu wir sind fertig.
Küche aufräumen.
Männerschnupfen und falscher Fuß wollen im Garten Fußball spielen.
Sie streiten sich aber, weil sie sich nicht einigen können, mit welchem Ball (es hat ja jeder einen) und danach, weil der eine vorne, der andere hinten spielen mag.
"Maaammmmaaaaaa!"

Grrrrrrrrrr

16:10 Uhr
"Ich fahr jetzt zu meinem Freund, o.k.?"
Der Löwenjunge rollert zu seinem Freund.
Das Winterkind und ich pflücken die letzten Johannisbeeren.
Ein Kind alleine ist heute immer viel entspannter.
Warum kann Mama sich auch nicht teilen?


16:20 Uhr
Der Löwenjunge kommt zurück, sein Freund war nicht zu Hause.
Stimmung im Keller.

Ich schlage vor, dass die beiden ja noch in die Badewanne könnten.
"Au ja, komm wir bauen uns kaputte Boote und spielen dann Tiefseetaucher in der Badewanne!"
schlägt der große dem kleinen Bruder vor und begeistert verschwinden sie im Zimmer und beginnen ganz wild mit Lego zu bauen.

Manchmal ist alles ganz einfach.

17:25 Uhr
Kürzere Abendrunde mit Lana. Es ist ihr einfach noch zu warm.
Wir lassen das Badewasser ein und die Jungs nehmen 789 Legoteile mit in die Badewanne.
So in etwa. Nachgezählt hat keiner.

18:15 Uhr 



Mama bringt Abendbrot und setzt sich neben die Wanne.
"Mama! Da hast Du ja wieder was gezaubert für uns! Weißt Du, eigentlich bin ich ja nicht mehr so für baden. Da bin ich ja irgendwie jetzt schon fast zu groß dazu. Aber ich liebe es einfach, wenn Du uns dann Abendbrot bringst."

Also mein Tag war dann gerettet.

(Kein Grrrrrr.)

18:35 Uhr 



Ich bringe das fast leere Tablett zurück in die Küche, das Badewasser läuft nebenbei ab.
Als ich zurück in´s Bad komme, rutsche ich fast aus, weil es leicht unter Wasser steht.
Aber nein,
kein Grrrrrrrrr!

Die Jungs haben versucht, sich schon gegenseitig abzuduschen.
Ihnen ist gar nicht aufgefallen, dass das in der Badewanne gar nicht so leicht ist.

Kann man ja aufwischen.

19:15 Uhr
Bad trocken, Kinder trocken und duftend eingecremt,
liegen wir endlich im Bett zur "Gute-Nacht-Geschichte".
Hundemüde sind die beiden.
Heute mal früh Feierabend?


19:30 Uhr
Licht aus, geknutscht und geknuddelt.
"Was war heute am Schönsten für Dich?"

"Abendessen in der Badewanne" war der heutige Sieger.

Manchmal ist es eben doch ganz einfach, einen blöden Tag irgendwie zu retten.


20:20 Uhr
Leider war es zu heiß im Schlafzimmer mit Abendsonne.
Die Jungs brauchten ungewohnt lange.
Na ja und der Schnupfen.
Und, dass Mama mal früher Feierabend wollte.
Oder alles zusammen.

Grrrrrrrr

20:25 Uhr
Couch wäre toll, aber da wäre ja noch das Bad und der Garten...
Zuerst in`s Bad und dann in den Garten.
Großer Garten ist schon schön.
Nur leider erinnert er einen auch permanent daran, dass man auch hier mal mehr Zeit und Hand anlegen sollte...
Blumen, Obst und Gemüse habe ich gegossen, aber dann ist Schluß für heute.

21:00 Uhr
Ich fahre den Computer hoch und erzähle Euch von meinem Tag.



Kein Tag gleicht dem anderen. Wer noch ein paar "alte" "WMDEDGT" lesen mag, klickt sich gerne einfach mal durch:

Fasnet, Fußball und viele Liter Wasser

Nur noch kurz die Welt retten

Was machst Du eigentlich den ganzen langen Sommertag?

Was machst Du eigentlich den ganzen (Sonn-)Tag, wenn es ständig nur noch regnet?

Ich WILL aber NICHT!

Ein Samstag im März

Der ganz normale Wahnsinn

Meine Premiere: WMDEDGT




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Mittwoch, 21. Juni 2017

Über Krankenhäuser, Arztpraxen, Eltern und Erziehung in Frankreich

ZAndrea vom Blog Runzelfüßchen hat auf Korsika leider keine guten Erfahrungen beim Arzt und in der Klinik gemacht und hat heute darüber geschrieben: "Beim Arzt auf Korsika":

"Während ich einer Mutter dabei zuhörte, wie sie ihr 18 Monatskind anmotzte, weil es wieder und wieder die Kisten mit Legosteinen leer räumte, dachte ich darüber nach, wieso französische Kinder als so wohlerzogen gelten. Offensichtlich, weil sie sehr viel angepasster sein sollen. Sich mit sich selbst beschäftigen, leise spielen und an sich einfach möglichst wenig auffallen, das schien in dieser Kinderarztpraxis an der Tagesordnung"
   (ganzen Beitrag von Runzelfüßchen hier)

Da auch wir in unserem Urlaub (und in 3 Jahren Frankreich) so unsere Erfahrungen gemacht haben, erzähle ich Euch heute auch mal davon.

Beim Arzt in Frankreich


Der Löwenjunge hatte sich am ersten Tag in der Ferienwohnung den Kopf an der Küchentheke angeschlagen und sich eine ziemlich dicke Beule geholt. An sich ja nichts seltenes. Da es ihm aber danach besser ging, verbrachten wir den Tag am Strand. Die Sonne und vermutlich die Erschütterung am Kopf sorgten dann aber am Abend für Kopfschmerzen. Am nächsten Morgen ging es ihm noch schlechter. Er klagte über starke Kopfschmerzen und Übelkeit und als er sich dann noch übergeben musste, rief ich bei meiner Freundin an. Das ist schon von Vorteil, wenn man Urlaub in der alten Heimat macht, sich noch auskennt und die liebe Freundin dann auch noch Ärztin in einer Allgemeinpraxis ist! Wir durften vorbei kommen, mussten aber natürlich mit Wartezeit rechnen, da Termine so kurzfristig nicht mehr zu bekommen sind. 
Das Winterkind spielte in der Kinderecke und wurde von den anderen Patienten beobachtet. Der Löwenjunge saß mit seinen 1m 28 zusammengerollt auf meinem Schoß und lehnte seinen Kopf an meine Brust. Es war unheimlich warm in der Praxis und ich schwitzte eben so vor mich hin.

Kurz darauf kam eine andere Mutter mit ihrer Tochter, etwa im gleichen Alter wie mein krankes Kind. Sie hatte offensichtlich auch Kopfschmerzen, weil sie von einem Rugby getroffen und umgefallen war. Sie saß weinerlich neben ihrer Mutter, deren Handy permanent klingelte und die leicht genervt war, dass sie jetzt mit der Tochter zum Arzt musste. Das Mädchen wollte auf den Schoß der Mutter. Da sie aber weinte und nicht ruhig sitzen konnte, vermutlich auch weil es der Mutter zu warm war, setzte sie das jammernde Kind maulend wieder neben sich und ging an das erneut klingelnde Handy...

Also eine ganz ähnliche Situation, wie es das Runzelfüßchen auf Korsika erlebt hatte.

Mein Löwenjunge hatte übrigens vermutlich eine Kombi aus leichter Gehirnerschütterung und Zuviel Sonne, übergab sich auf der Heimfahrt in die Ferienwohnung noch einmal kräftig im Auto, woraufhin der kleine Bruder sich solidarisch mit übergab. Am nächsten Tag war alles wieder gut und das Auto auch wieder von innen sauber. Glück gehabt.


In der Notaufnahme in Frankreich


Am nächsten Tag ging es dem Löwenjungen also schon wieder so gut, dass er mit dem Winterkind auf dem Bett rumtobte. Der knickte wohl mit dem Arm um (wir haben es nicht genau gesehen) und sackte weinend in´s Kissen. Wenn man mein Winterkind kennt, weiß man, dass er nicht so zimperlich und wehleidig ist und so einiges aushält. Wenn er aber so weint, wie an jenem Tag, dann schrillen meine Alarmglocken. Er legte sich in´s Bett und hob sich den schmerzenden Arm fest. Er könne ihn nicht mehr bewegen. Wir tippten erst auf Überdehnt oder geprellt. Er bewegte sich kaum im Bett und hielt sich immer den Arm. Als er dann den Arm nicht mal mehr drehen konnte, rief ich meine Freundin wieder an und sie riet uns, dass man dann wohl besser in die Klinik zum röntgen fahren soll. Das Winterkind hatte ja schon mal den Arm gebrochen und irgendwie fühlte sich das genau so an, wie er so da saß und sich den Arm fest hielt. Also fuhren wir in die Klinik und füllten die Papiere in der Notaufnahme aus. Wir versuchten nochmal, dass das Kind den Arm drehen sollte. Tsja und was soll ich sagen, es ging. Er lachte und meinte, es tut nur noch ein bisschen weh, aber sonst geht es jetzt wieder! Wunderheilung in der Notaufnahme. Wir überlegten gerade, wieder zu gehen, da wurden wir schon (vor allen anderen, die schon länger warteten) aufgerufen. Alle waren sehr nett dort und meine Freundin erklärte der Ärztin, dass er den Arm nun doch wieder drehen könnte und es vermutlich doch nichts ist. Um sicher zu gehen, dass es kein Bruch ist, sollte aber trotzdem ein Röntgen gemacht werden. Um die Wartezeit zu überbrücken und die Angst vor dem Krankenhaus zu nehmen, kam dann noch jemand und machte mit bunten Luftballons kleine Tierchen für das Winterkind, der schon wieder lachen konnte. 



Ganz ähnliche Erfahrungen hatte ich übrigens damals im selben Krankenhaus gemacht, als der Arm tatsächlich gebrochen war. Wir kamen damals sofort dran und alle waren unglaublich nett und liebevoll zu meinem damals 22 Monate altem Kind.

Beim Kinderarzt in Frankreich


Als wir damals in Frankreich lebten, waren meine Kinder 3 Jahre alt und ein Baby. Wir mussten damals natürlich auch oft zum Kinderarzt. Wir hatten großes Glück und auf Empfehlung von Arbeitskollegen von meinem Mann eine sehr liebe Kinderärztin. Die Praxis war sehr überschaubar, es gab keinen Empfang oder eine Arzthelferin, die Kinderärztin machte alles alleine. Wenn man um 09:00 Uhr einen Termin hatte, kam man auch um 09:00 Uhr dran. Man hatte genau die Zeit, die für eine bestimmte U-Untersuchung eingeplant war. Danach ging man und der nächste Patient saß im kleinen Wartezimmer. Fand ich eigentlich ganz gut. Keine überfüllten Wartezimmer, wo die Kinder dann erst krank werden, weil zu viele andere kranke Kinder auch da warten müssen.
Für den nächsten Impftermin bekam man gleich sein Rezept für den Impfstoff und ein Betäubungspflaster mit. Dieses musste man dann 30 Minuten vor dem Impftermin auf den Arm kleben, seinen Impfstoff mitbringen und dann wurde das Pflaster abgezogen. Die Einstichstelle der Impfspritze wurde durch das Pflaster also örtlich betäubt und tatsächlich gab es damals kaum Geschrei beim Arzt. Auch heute haben meine Kinder keine panische Angst vor Spritzen.

Krankes Kind im Urlaub?


Wie Ihr ja wisst, arbeite ich ja auch in einem Reisebüro. Was also tun, wenn das Kind im Urlaub krank wird? Leider lassen sich so Erfahrungen, die Andrea von Runzelfüßchen gemacht hat, nie vermeiden. In Deutschland kann einem das sicher auch passieren und in anderen Ländern natürlich auch. Aus eigener Erfahrung und das ist auch das, was ich meinen Kunden im Büro empfehle, kann ich Euch folgende Ratschläge geben:

  • vor dem Urlaub (oder auch noch vor Ort) sich über den ADAC informieren, ob und wo es deutsch- oder englischsprachige Ärzte gibt. Man bekommt per Mail eine Liste mit Adressen und Telefonnummern vom Allgemeinarzt bis zum Zahnarzt. Mit diesen Ärzten hat der ADAC meistens schon langjährige, gute Erfahrungen.

  • wenn telefonisch nichts geht, einfach hinfahren in die Notfallambulanz vom Krankenhaus, Touristen werden selten weggeschickt

  • über die Hotline Eurer gebuchten Auslandskrankenversicherung, wenn Ihr nicht im ADAC Mitglied seid, werden auch Ärzte vermittelt 

  • seid Ihr in einem Hotel oder auf einem Campingplatz, dann geht dort zur Rezeption; die kennen sich aus und können meistens auch schon für Euch beim jeweiligen Arzt anrufen, falls Ihr die Sprache nicht versteht


Eltern und Kinder in Frankreich


Andrea von Runzelfüßchen wollte auf Facebook wissen, ob in Frankreich wirklich auch Ohrfeigen oder Schlimmeres zur Erziehung eingesetzt werden oder warum französiche Kinder offensichtlich besser "erzogen" sind.

Wir haben einige unterschiedliche Familien kennenlernen dürfen. Aufgefallen ist mir, dass tatsächlich bei vielen (nicht bei allen!) eine ganz andere Beziehung zum Kind besteht, wie wir das hier irgendwie erwarten und praktizieren. (auch nicht alle!)

Kinder werden meist mit 2 Monaten schon zur Tagesmutter gegeben, danach kommen sie in die Creche und dann in die Ecole Maternelle. (Unsere Erfahrungen dazu habe ich schon mal geschrieben, einfach anklicken wer mehr wissen möchte) 
Das bedeutet nicht, dass französische Mütter ihre Kinder nicht lieben, ich glaube es ist einfach eine ganz andere Auffassung, Tradition und Lebensart. Frauen können daher in Frankreich, meiner Meinung nach, leichter Karriere machen, als bei uns. (Wenn die Meisten Mütter nach 2 Monaten wieder arbeiten kommen und das System eine Betreuung ermöglicht- das wissen ja auch die Chefs und stellen deswegen die Mütter trotzdem ein)

Die Franzosen sind mir immer sehr kinderfreundlich vorgekommen, aber eine enge und tiefe Bindung kann oft natürlich nicht entstehen, wenn die Kinder nie da sind. Bedürfnisorientiert? Keine Ahnung, ob es da im Französischen eine Übersetzung gibt.

Wir haben eine andere Einstellung. Als wir in einem Sommer mal in einem französischen Club Urlaub machten, konnten die Kinder dort schon ab 6 Monaten "abgegeben" werden. So alt war damals mein Winterkind. Nicht mal im Traum hätte ich mir das damals vorstellen können, ihn in fremde Hände zu geben und dies über Stunden. Der Löwenjunge wollte dort auch nicht in den Kinderclub. Wir haben Familienurlaub gemacht und waren die einzige Familie im ganzen Hotel, die den ganzen Tag ihre Kinder um sich hatten. Alle anderen Kinder waren nicht mal beim Essen bei ihren Eltern, sondern im eigenen Kinderrestaurant mit den Kinderbetreuern, damit Mama und Papa in Ruhe essen können. Sicher auch mal schön, aber ist es das, was WIR im Familienurlaub wollen? Stellt Euch die Blicke der anderen vor! Mein Winterkind begann damals Gemüse und Brot zu zerlutschen und zu zermanschen... 

Klapse und Ohrenziehen sind mir auch oft begegnet. Trotzanfall im Supermarkt? Wurde schnell unterbunden mit einem Klaps, da wurde nicht lange diskutiert.
Abschiedsschmerz am Kindergarten? "Stell Dich nicht so an, komm gib Mama ein Bisous und jetzt geh!"
Eingewöhnung im Kindergarten? Gab es bei uns nicht. 
Auszeit im Kindergarten auf dem Stuhl in der Ecke ist normal. Zum Glück hat mein Sohn nie erzählt, dass ihn mal jemand von den Lehrern an den Ohren gezogen hat. Mit unserer École hatten wir eh Glück, die nahmen sogar Kinder, die mit 3 Jahren noch nicht trocken sind. (Auch das ist an manchen Écoles Voraussetzung!)
Die Kinder lernen dort auch früh die Tischmanieren. Klar, sie essen ja auch in der Betreuung gemeinsam. Wer mit dem Essen spielte, war fertig und dann gab es erst mal bis zur nächsten Mahlzeit nichts mehr. So lernt man zu parieren. 

Die Kinder bekommen einfach gar nicht die Aufmerksamkeit von ihren Eltern, wie wir das hier eher gewohnt sind. Da wird konsequent "erzogen" ohne große Diskussion. 

Einige Familien, die aus diesem altbekannten "System" ausbrechen, durften wir aber glücklicherweise auch kennenlernen. Vielleicht braucht dieser Wandel aber einfach noch mehr Zeit und vor allem auch Akzeptanz von den anderen. Das war ja hier in Deutschland auch nicht anders, als das mit der berufstätigen Mutter kein Einzelfall mehr war.

In unserem vergangenem Urlaub sah ich im Eingangsbereich eines Supermarktes eine Frau, die ihr (schon etwas größeres) Baby stillte. Ich kam nicht umher und lächelte sie an, weil das ein für mich, in Frankreich, so untypisches Bild war. Sie lächelte freundlich zurück. Vielleicht wandelt sich ja doch etwas, vielleicht war sie aber auch gar keine Französin...


Gros Bisous

Eure Tanja



Mehr über unser Leben in Frankreich findet Ihr hier:
Leben im Ausland




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Montag, 12. Juni 2017

12 von 12 im Juni 2017 - und aus Frankreich

Wie schön, ich kann Euch endlich mal wieder 12 von 12 aus Frankreich zeigen. Wir sind noch im Urlaub in der alten Heimat und ich zeige Euch meine heutigen 12 Bilder.
(Mehr 12 von 12 wie immer bei Caro von "Draußen nur Kännchen")



Heute morgen zum Frühstück war es noch sehr bewölkt, aber wir konnten trotzdem draußen frühstücken. 



Der Löwenjunge wollte unbedingt mit Papa Fußball spielen, also haben das Winterkind und ich die beiden am Sportplatz rausgelassen 


und sind dann weiter auf einen alt bekannten Spielplatz. (Hier war ich damals auch oft mit den Kindern)
Der Wasserhydrant war aber irgendwie viel interessanter:


Mittags haben wir die Sportler wieder eingesammelt und sind dann noch ganz sportlich in den Sportladen. 


Dann sind wir heim, haben gegrillt und sind dann nach dem Abendessen zur Dûne de Pyla gelaufen. Und natürlich auch nach oben:




Ich liebe die Düne. Den herrlichen Blick und die ganz eigene Stimmung. 


Dann haben wir den Sonne beim Untergehen zugeschaut:



Und dann war sie weg:


Das war um 21:53 Uhr -
wie die Kinder nächste Woche wieder einen normalen Rhythmus finden sollen, weiß ich übrigens auch noch nicht, aber egal. 

Den Abstieg haben wir in Richtung Atlantik genommen. Natürlich mussten wir noch Wellen hüpfen:


Nach einem kurzen Spaziergang waren wir wieder in der Ferienwohnung. 
Müde aber sehr beeindruckt und glücklich sind die Jungs dann eingeschlafen. 

Mal sehen, wann sie morgen wieder aufwachen...

Gros bisous nach Deutschland 
Tanja



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Donnerstag, 25. Mai 2017

Donnerstagsrealitäten oder: JETZT CHILL DOCH MAL, MAMA!

"Jetzt chill doch mal, Mama!"


Genau wie sich die Sprache meiner Kinder im Laufe der Zeit verändert hat, so scheine auch ich mich verändert zu haben.

Während ich mich die 3 Jahre, in denen wir in Frankreich lebten, noch als sehr entspannte Mama sah, scheint sich das nun in Deutschland ja ziemlich verändert zu haben.

Natürlich lag das auch am Alter der Kinder und an den äußeren Umständen, dass ich damals viel chilliger war.

Der Löwenjunge war ein unbeschwertes Kindergartenkind, den der Papa morgens vor der Arbeit zur École Maternelle brachte. So konnte ich beim "Baby"-Winterkind liegen bleiben und die viel zu kurze Nacht wenigstens noch ein bisschen nachholen.

Der Vormittag gehörte dem Haushalt und dem Winterkind, dann holten wir den großen Bruder ab. Der Mittagsschlaf vom Baby war die Exklusiv-Zeit für mein großes Kind und danach verbrachten wir den Nachmittag am Strand, im Garten, beim Basteln oder mit Freunden. Abends kam, ganz klassisch, Papa nach Hause, kümmerte sich um die Jungs und ich machte das Abendessen. Nicht selten packten wir unser Essen ein und picknickten am Strand beim Sonnenuntergang. Das "Genießen" hatten wir uns in Frankreich beigebracht. 





Wir machten die Kinder gemeinsam bettfertig, kuschelten zusammen, lasen die Gute-Nacht-Geschichte vor und begleiteten die Jungs in den Schlaf. Alles mal mehr, mal weniger chillig. Trotzdem war es für mich die schönste Zeit zusammen als Familie.

Das liegt nun alles weit hinter uns. Mittlerweile geht mein Schulkind in die 2. Klasse, spielt leidenschaftlich Fußball, geht 1 mal die Woche zur Wasserwacht und montags in der Musikschule Trommeln. Das Winterkind geht in den Kindergarten und ins Kinderturnen. Das Haus und der Garten sind größer als in Frankreich, mittlerweile gehe ich wieder ein paar Stunden im Reisebüro arbeiten, freitags den ganzen Tag bis 18 Uhr. Auch unser Familienhund Lana möchte natürlich nicht zu kurz kommen, tsja und Papa kommt eben meistens nicht mehr abends nach Hause.

Irgendwie versuche ich trotzdem alles unter den Hut zu bekommen. Nur leider gelingt mir das nicht mehr so entspannt wie damals.
"Jetzt chill doch mal Mama" erinnern mich meine Söhne fast täglich. Aber irgendwie klappt das nicht mehr so gut.


Immerhin habe ich heute, am 25. Mai, mal endlich unsere Osterdeko weg gemacht. Fenster sollte man auch mal wieder putzen, aber dabei kann ich so gar nicht chillen...

Mittags bin ich in der Nähe vom Löwenjunge, der Hausaufgaben so gar nicht chillig findet. Lesen soll er noch 10 Minuten. Das mag er nicht, Bücher liebt er, aber lieber ist es ihm, wenn er vorgelesen bekommt. 

Statt mit den Jungs zu basteln oder im Garten zu spielen, stehen hunderttausend Dinge auf der "To-Do-Liste"; schauen mich die selbstklebende Weihnachtssterne (völlig chillig übrigens) noch im Frühling an (wenn ich diese blöden Teile weg mache muss ich nämlich auch die Fenster putzen) und im Blumenbeet kann man mehr Unkraut als Blumen erkennen.


Statt zu chillen bin ich unzufrieden und blicke genervt schon wieder zur Uhr. Abfahrt in's Fußballtraining. Die Weihnachtssterne müssen noch warten. Der Löwenjunge sucht sein weißes Trikot. Weiße Wäsche haben wir nicht so oft, es liegt also noch ungewaschen im Keller.
"Waaas? Warum denn das, Mama?"
"Weil ich gestern mit jemandem ganz chillig bis 17 Uhr Hausaufgaben gemacht habe und dann lieber mit Euch auf der Picknick-Decke im Garten gelesen und gegessen habe."


Warum aber schreibe ich Euch das alles heute? Das kennen doch sicher die Meisten von Euch auch und vielleicht sogar noch doller.

Aber manchmal muss sowas halt raus. Und mein Frust passt heute wunderbar zu Nadine's Donnerstagsrealitäten. Donnerstags ist hier jetzt Platz auf ihrem schönen Blog Buntraum, für die ungeschminkte Wahrheit, den echten Familienalltag eben. Mir tut es ja immer ganz gut, wenn ich von anderen höre/lese, dass es bei Ihnen auch nicht anders zu geht...

Vielleicht könnt Ihr mir ja jetzt noch ein paar richtig gute Tipps geben, wie man im Chaos chillen kann. Ich bin gespannt und versuche es gerne!

Habt es fein und chillig.
Bisous
Eure Tanja







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Donnerstag, 11. Mai 2017

Aus dem Leben gerissen. Wenn gute Freunde plötzlich sterben.

Schon wieder war es lange still hier. Viele von Euch haben es aber mitbekommen. Der April war ein grauer Monat, nicht was das Wetter angeht, aber die Gefühle.

Am Ostersonntag, noch bevor unsere Familie zum gemeinsamen Osterfrühstück kam, meldete sich unsere gute Freundin aus Frankreich. Ihr Mann hatte einen schweren Motorradunfall und lag nun im Krankenhaus und kämpfte um sein Leben. 

Der Schock saß tief, wenige Tage vorher witzelten wir doch noch rum, wie viele Kilo deutsche Rostbratwürste und welches Bier wir ihm beim Wiedersehen im Sommer mitbringen sollten. Und plötzlich kämpfte dieser Freund um sein Leben?

Er war einer unserer ersten Freunde, die wir damals in Frankreich kennenlernen durften. Seine Töchter gingen in die gleiche École Maternelle wie mein Löwenjunge und da er auch noch deutsch sprechen konnte, half er sofort bei anfänglichen Sprachproblemen aus. 

Kurz darauf waren wir bei ihm und seiner Familie zum Kaffee eingeladen. Die Chemie passte einfach, denn die herzliche Art, die uns von der ganzen Familie entgegen kam, ließ schnell vergessen, dass wir verschiedene Sprachen sprechen. Durch sie "kamen wir an" in der fremden, neuen Heimat. Sie kannten sich gut aus, zeigten uns schöne Orte, Spielplätze und Ärzte, aber machten uns auch mit französischen Gepflogenheiten bekannt. 

Andersherum waren sie aber genau so offen und interessiert an uns und unseren Bräuchen. Nie werde ich vergessen, wie wir bei uns zusammen Sankt Martin gefeiert haben. Da der Löwenjunge das ja noch von Deutschland kannte, organisierten wir eine kleine Martinsfeier bei uns daheim. Unser französischer  Freund kam mit seiner Familie und seine Kinder hatten selbstgebastelte, rosa Papierlaternen. Er hatte sie nach Videoanleitung mit ihnen zusammen gebastelt, nachdem ich ihm von unserem Brauch erzählt hatte. Ich las die Martinsgeschichte vor und er übersetzte sie in's Französische. Dann gingen wir mit den Laternen durch den Ort spazieren, die Kinder lachten, sangen, hatten Spaß. Danach wurde zusammen gegrillt und die Kinder spielten gemeinsam. Natürlich wurde das Ganze im nächsten November wiederholt.

Wenn wir nicht nach Deutschland fuhren, feierten wir gemeinsam Geburtstage, Weihnachten und Ostern. Sie waren unsere zweite Familie in Frankreich. 

Auch als wir zurück nach Deutschland gingen, hörte die Freundschaft und der Kontakt nicht auf. Zweimal haben wir uns besucht, wir haben miteinander geschrieben und telefoniert. 1300 km Distanz bedeuteten nicht das Ende dieser Freundschaft. 

Aber genau diese Distanz machte es uns so schwer, als wir vom Unfall hörten. Wir waren so weit weg. Man findet schon kaum Worte auf deutsch, wie kann man da passenden Trost auf französisch spenden? 

Wir hofften und bangten 10 Tage mit unserem Freund. Am Anfang war die Hoffnung noch da, dass es irgendwie doch noch gut ausgeht. Am Ende kam dann aber die Nachricht: unser Freund ist tot. Er wird nie mehr mit uns lachen, uns mit seiner Lebensfreude mitreißen können. 

Und noch viel schlimmer, seine beiden Kinder haben ihren wunderbaren Vater verloren, seine Frau ihren geliebten Mann. 

Dieses Wissen lähmte mich. Es machte mich wütend und traurig. Denn es war, wie so oft, ungerecht. 

Plötzlich wird einem bewusst, wie schnell alles aus den Fugen gerät. Man hat Gedanken, die man schön brav lieber verdrängt. 

Unser Freund hatte kurz vor dem Unfall noch mit seiner Frau telefoniert. Dass er gleich heim kommt. Ein letzter Kuss durch's Telefon. Bis später. Bisous. 
Es war der letzte Gruß, der letzte Kuss. 
Die Mädchen schliefen. Danach war nichts mehr wie es war. 

Am letzten Freitag im April war die Beerdigung in Frankreich. Die Chefs von meinem Mann und mir gaben uns sofort frei, bei mir herrschte sogar Notbesetzung im Büro. Meine Schwiegermutter sagte direkt zu, in der Zeit Haus, Kinder und Hund zu hüten. So konnten mein Mann und ich Donnerstag Nacht nach Frankreich fahren. Die 13 Stunden Fahrt wurde begleitet von unendlich vielen Erinnerungen und ein dicker Kloß saß in unserem Hals. Seit der Nachricht vom Tod schleppten wir unsere Traurigkeit mit durch den Alltag. 



Wir kamen am Freitagmorgen bei unseren alten Nachbarn an, dort durften wir für den Aufenthalt bleiben. Es war schon irgendwie komisch. Die Nachmieter von unserem alten Haus räumten gerade den Umzugswagen ein. Wir wären damals ja noch gerne länger geblieben. Aber so ist das, wir fühlten uns in der Ferne zuhause. Sicher auch wegen der guten Freunde, die wir gefunden hatten. Als ich unser altes Haus sah, erinnerte ich mich an die vielen gemeinsamen Grillabende und doch war es mir irgendwie fremd geworden. 

Gegen Mittag holte uns eine andere liebe Freundin ab. Auch sie und ihr Sohn gehörten zu unserer deutsch-französischen Clique. Zusammen fuhren wir zur Trauerfeier in's Krematorium. Die Traurigkeit begleitete uns und doch waren wir so unheimlich froh, diese Fahrt gemacht zu haben um nun gemeinsam Abschied nehmen zu können. 

Es waren so unglaublich viele Menschen dort. So viele werden ihn vermissen. 

Seine Frau und die Mädchen freuten sich uns zu sehen und es wurde herzlich umarmt. Irgendwie dachte ich immer, er muss doch gleich aus dem Auto steigen und "Heeeyyy coucou!" rufen. 

Bei der Trauerfeier war ich fast froh, nicht alles perfekt verstanden zu haben, sonst hätte ich wohl noch mehr weinen müssen. Dann standen wir auf, verabschiedeten uns von unserem Freund und der Sarg verschwand hinter dem Vorhang. 

Auf dem Heimweg zurück zu unserem Nachbarn machten wir noch einen kurzen Halt am Strand. Hier waren wir oft gemeinsam nach der Abholzeit vom Kindergarten gewesen. 
Wir gönnten uns heute einen Mojito. Den letzten Mojito, den ich getrunken hatte, war letztes Jahr im Urlaub. Unser Freund hatte ihn mir am letzten Abend gemacht, mit frischen Minzblättern aus seinem Garten... Überall Erinnerungen. 

Am nächsten Morgen fuhren wir die 12 Stunden wieder zurück nach Deutschland. Der dicke Kloß hatte sich, zumindest für uns, etwas gelockert. Wir konnten uns verabschieden, gemeinsam trauern. Das war enorm wichtig gewesen, auch wenn uns diese Fahrt viel Kraft gekostet hatte. 

Als wir nachts daheim ankamen und zu den Jungs in's Bett krabbeln konnten, war ich erleichtert. Denn auf der Heimreise hatte ich so Gedanken wie: "Hoffentlich passiert uns jetzt nichts. Unsere Jungs brauchen uns doch. Nicht auszudenken, wenn wir jetzt nicht mehr heim kommen!"

Das Thema Tod hat uns wieder beschäftigt. Wir werden jetzt endlich unsere Sorgerechtsverfügung schreiben. War schon lange geplant, aber dann im Alltag wieder vergessen worden. Ein Thema, was man gerne verdrängt. 

Auch die Kinder waren übrigens sehr traurig, zeigten dies auf unterschiedliche Weise. Der Löwenjunge beerdigte hinterm Haus den letzten Schnee. Das Winterkind hatte schlechte Träume. "Mama, ich bin aufgewacht, weil ich so Angst bekommen habe, dass Du gestorben bist!"
Darüber reden und der Trauer Raum und Zeit geben, hat uns geholfen. 

Bleibt behütet. 
Bisous,
Eure Tanja